Symptome und Diagnose bei Osteoporose

Die Symptome einer Osteoporose beginnen schleichend.

Viele Betroffene ahnen zunächst nicht, dass sie von einer Osteoporose betroffen sind. Oft macht sich eine beginnende Osteoporose durch plötzlich auftretende, stechende Rückenschmerzen bemerkbar, die bei einem Zusammensacken (Sinterungsfraktur) der Wirbelkörper auftreten. Dadurch verformt sich der Wirbelkörper, und sogenannte Keilwirbel entstehen. Das Rückenmark ist durch diese Einbrüche nicht bedroht, da die Vorderkante des Wirbels zusammensackt und der Rückenmarkskanal an der Rückseite des Wirbelkörpers intakt bleibt. Zu einer Querschnittslähmung kann es also normalerweise bei einer Osteoporose nicht kommen.

Die Wirbelsäule krümmt sich stärker nach vorne.

Doch durch die Verformung einzelner Wirbelkörper ändert sich auch die Statik der Wirbelsäule im Ganzen, meist im Sinne einer verstärkten Vorwärtskrümmung, einer sogenannten Kyphose, im Volksmund auch Witwenbuckel genannt. Die veränderte Wirbelsäulenstatik verursacht Belastungsschmerzen und Verspannungen der Rückenmuskulatur, und der typische chronische Osteoporoseschmerz setzt ein.

Knochenbrüche deuten auf Osteoporose hin.

Auch spontane Brüche des Unterarms oder des Oberschenkelhalses, der den Schaft des Knochens mit seinem kugelförmigen Kopf verbindet, können ein Osteoporosegeschehen aufdecken. Geringfügige Sinterungsfrakturen, also Wirbelbrüche, verursachen nicht immer einen starken Schmerz.

Länger andauernde Rückenschmerzen sollten vom Arzt abgeklärt werden.

Häufig scheuen Betroffene zunächst den Weg zum Arzt, da sie ihre Rückenschmerzen als Alltagsbeschwerden einstufen. Rückenschmerzen, die über einen längeren Zeitraum ständig auftreten oder plötzlich und heftig einsetzen, sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden, um die Ursachen korrekt zu diagnostizieren und die richtigen Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.

Wird die Osteoporose frühzeitig erkannt, können ihr Fortschreiten deutlich verlangsamt und Beschwerden und Bruchrisiko reduziert werden. Heilbar im engeren Sinne ist sie jedoch derzeit noch nicht – die Betroffenen müssen sich daher auf eine dauerhafte Umstellung ihrer Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten und die Einnahme von Medikamenten einstellen.

Diagnose einer Osteoporose

Sala MOCBei Beschwerden, die auf eine Osteoporose hinweisen können, ist eine sorgfältige Diagnostik entscheidend, um die richtigen Behandlungsmaßnahmen zu bestimmen. Dem Arzt stehen vor allem technische Untersuchungsmethoden und Laboranalysen zur Verfügung, um eine Osteoporose sicher von anderen Krankheitsbildern abgrenzen zu können:

Knochendichtemessung

Bei der Knochendichtemessung (DXA-Osteodensitometrie)  wird der Kalziumgehalt der Knochen durch eine Sonderform der Röntgenuntersuchung bestimmt. Mit ihr können Osteopenie, leichtere und schwerere Formen der Osteoporose unterschieden und das Frakturrisiko bestimmt werden. Sie stellt das Standardverfahren in der Osteoporosediagnostik dar.

Röntgenuntersuchungen

Herkömmliche Röntgenuntersuchungen lassen zwar nicht den Mineralisierungsgrad der Knochen erkennen, bilden aber Sinterungsfrakturen und Keilwirbelbildung zuverlässig ab. Sie gehören zum Standardverfahren bei allen Frakturformen und lassen daher auch Schenkelhalsbrüche und andere Knochenbrüche diagnostizieren, doch weitere, ergänzende Verfahren sind nötig, um eine bestehende Osteoporose zu belegen.

Computertomographie (CT)

Auch die Computertomographie ist eine Sonderform der Röntgenuntersuchung. Im Gegensatz zum zweidimensionalen Röntgenbild kann ein CT dreidimensionale Strukturen darstellen, indem eine Reihe von Röntgenaufnahmen vom Computer zu einem 3D-Bild zusammengesetzt werden. Zur Knochendichtemessung ist eine quantitative Computertomographie (QCT) nötig. Dieses Verfahren ist sehr aufwändig und kostspielig, jedoch präziser und zuverlässiger als die herkömmliche DXA-Osteodensitometrie.

Ultraschall

Auch beim Ultraschall gibt es eine Sonderform, die für die Messung der Knochendichte eingesetzt werden kann: die quantitative Ultraschall-Untersuchung (QUS). Sie liefert keine so präzisen Messdaten wie eine QCT, ermöglicht aber eine gute Einschätzung des Frakturrisikos (Ausnahme: Wirbelsäulenfrakturen), ist kostengünstiger und belastet den Körper nicht mit Röntgenstrahlung.

Blutuntersuchung

Da das Blut viele Rückschlüsse auf Stoffwechselvorgänge ermöglicht, ist es auch eine wichtige Informationsquelle für die Osteoporosediagnostik. Hier wird nach Entnahme einer geringen Blutmenge zunächst ein allgemeines Blutbild angefertigt, durch das sich schon viele sekundäre Ursachen eingrenzen oder ausschließen lassen, etwa Blutbildungsstörungen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit kann Aufschluss über etwaige Entzündungsprozesse geben. Darüber hinaus wird gezielt nach Substanzen gesucht, die im Zusammenhang mit dem Knochenstoffwechsel stehen, vor allem Kalzium und Phosphat sowie bestimmte Hormone. So wird der Hintergrund einer Osteoporoseerkrankung erkennbar, und vor allem lassen sich primäre und sekundäre Formen der Osteoporose mit den ermittelten Werten voneinander unterscheiden.